Der Michael-Tiedje-Preis geht 2026 an die AG Tontechnik und den Zwölftklässler Lukas Warstat

Nicht zum ersten Mal wurde der Preis geteilt, über das Preisgeld freuen sich die aktuell die Mitglieder der AG Tontechnik und der angehende Abiturient Lukas Wartstat. Die Würdigungen haben Musik- und Religionslehrerin Tina Prager und der Englisch- und Geschichtslehrer Benjamin Franke verfasst. Verliehen wurde der Preis im Rahmen des Einschulungsgottesdienstes der 7. Klassen und bei der Andacht am ersten Freitag des neuen Schuljahres.

Hans-Georg von der Marwitz (li.) und Michael Tiedje mit den Tontechnikern Lennart und Theodor.

„Heute möchten wir einmal diejenigen ins Rampenlicht stellen, die sonst dafür sorgen, dass andere im selbigen stehen können: unsere Tontechniker. Mit Engagement und Geduld investieren Sie ihre Freizeit und auch einige Schulstunden, um andere sichtbar und hörbar zu machen bei besonderen Veranstaltungen wie „Model of the UN“ bei Konzerten, Theater und Musicals. Unverzichtbar sind sie auch bei der wöchentlichen Andacht. Ein besonderer Dank gilt dabei Theodor Martens, der die Gruppe hervorragend und einfühlsam anleitet, Wissen weitergibt und dafür sorgt, dass aus vielen einzelnen Technikbegeisterten ein richtig gutes Team wird. Beeindruckend ist auch, wie selbstständig sich unsere Tontechniker organisieren. Sie planen, sprechen sich ab, übernehmen Aufgaben und finden Lösungen. Fast unbemerkt von dem Lehrerkollegium geben sie seit Jahrzehnten ihr Wissen von Generation zu Generation weiter. Die Erfahrenen zeigen den Neuen, wie es geht – und so wächst das Team ständig weiter.

Dabei sind unsere Tontechniker unglaublich offen. Wer sich für Technik interessiert, wird herzlich aufgenommen und integriert. Niemand muss alles können, um mitzumachen. Man darf fragen, ausprobieren, Fehler machen und lernen.

Und natürlich gehört zur Tontechnik nicht nur der Moment, in dem alles funktioniert. Es wird auch auf- und abgebaut, verkabelt, getestet, getragen, ausprobiert und wieder umgebaut. Und sie kennen auch die ganz besonderen Herausforderungen des Schulalltags: Lehrer, die vielleicht einmal zu wenig Informationen geben, die ungeduldig werden oder plötzlich einen sehr – sagen wir – kreativen Wunsch haben. Unsere Tontechniker bleiben trotzdem ruhig, freundlich und lösungsorientiert.

Dafür möchten wir heute ganz herzlich Danke sagen für ihre Zeit, Geduld und Eigeninitiative und die hohe Professionalität mit der ihr in Eurem jungen Altern schon arbeitet. Dafür möchten wir euch gerne den Michael-Tiedje-Preis überreichen.“ (Tina Prager, Lehrerin)


„Mit dem Michael-Tiedje-Preis 2026 wurde Lukas Warstat als ein Vorbild für unsere Schulgemeinde ausgezeichnet. Er ist nicht nur ein guter Schüler, sondern „irgendwie im Ganzen“ ein gutes Vorbild: Ein junger Mann, der lernt, fragt, wissen will, umsichtig und fürsorglich für andere ist, Verantwortung übernimmt und für andere ein echter Freund ist. Schon in der Sekundarstufe I war Lukas über längere Zeit Klassensprecher, inzwischen ist er seit einem Jahr Schulsprecher und Mitglied der Schulkonferenz.

Dabei vertritt er die Interessen der gesamten Schülerschaft und setzt sich auch mit den schwierigen Fragen des schulischen Zusammenlebens auseinander. So trieb er eine Entschließung der Gesamtschülervertretung zum Vandalismus-Problem voran und warb in der Gesamtkonferenz bei Lehrkräften und Elternvertretern für eine gemeinsame Lösung.

Diese Einstellung findet ihre natürliche Fortsetzung in seinem Engagement in der Kirchengemeinde. Dort arbeitet er mit Kindern und Jugendlichen, gestaltet Angebote für die Kleinen mit und bringt sich als Mitarbeiter im Sommerlager bei den Teens ein – durchaus nicht nur bei den angenehmen Aufgaben. Auch sein gelebter Glaube zeigt sich in der Schule, beim Schülerbibelkreis und bei Andachten, für die er Predigttexte schrieb und vortrug und so unser evangelisches Schulleben bereicherte.

All dies leistet Lukas trotz erheblicher gesundheitlicher Einschränkungen und einer langen Krankheitsgeschichte. Und doch hat er nie aufgegeben.

Besonders eindrücklich veranschaulicht sein Wesen die Freundschaft zu der 93-jährigen Wriezenerin Frau Mannigel. Während seines Sozialdiakonischen Praktikums lernte Lukas sie kennen. Aus dem Praktikum erwuchs eine persönliche Freundschaft. Noch immer, nach vollen vier Jahren, besucht er sie jede Woche für eine Stunde, spielt mit ihr, hört ihren Geschichten zu und spricht mit ihr über das, was beide verbindet, auch über ihren gemeinsamen christlichen Glauben. Jeden Tag, wenn er auf dem Weg zur Schule an ihrem Haus vorbeifährt und Frau Mannigel am Fenster sitzt, winkt er ihr zu.

Aus einer Begegnung ist eine Beziehung geworden, aus einer schulischen Aufgabe eine persönliche Verbundenheit. Vielleicht ist das eine der schönsten Formen von christlicher Nächstenliebe: nicht ständig darüber zu reden, sondern sie im Alltag zu praktizieren.

Lukas ist ein Segen und soll weiter ein Segen sein. Deshalb wurde ihm – gemeinsam mit der anderen Preisträgerin – mit großer Freude der Michael-Tiedje-Preis 2026 verliehen.“ (Benjamin Franke, Lehrer)

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