Auf historischen Spuren rund um die Kreisstadt Seelow / Exkursion zum Thema Krieg und Frieden
Ein Ausflug in die Geschichte der Oder-Region haben beide zehnten Klassen am 27. Juni 2025 erleben dürfen. Ausgangspunkt war das Schweizer-Haus in Seelow.

In den goldenen zwanziger Jahren kaufte der Bankier, Kunstmäzen und Politiker Hugo Simon die Immobilie und gründete ein Landgut für Tierzucht, Obst- und Gemüseanbau. Gleichzeitig war das Gut ein Hotspot für das „Who is Who“ der Wissenschaft, Politik, Kunst und Literatur: Thomas Mann, Walter Rathenau und Albert Einstein, aber auch Einsteins persönlicher Sekretär Kurt Tucholsky sind zu erwähnen.
Vom jüdischen Pazifisten Hugo Simon ging es weiter zur Gedenkstätte Seelower Höhen. Was für ein Gegensatz! Hier wo die Soldaten im Vordergrund stehen und heldenhaft inszeniert wurden – zuerst im Stalinismus – später im Sozialismus der DDR. Die Seelower Höhen und das Oderbruch sind der Ort der größten Schlacht auf deutschem Boden im zweiten Weltkrieg. In der spannenden Führung wurde den Schülerinnen und Schülern deutlich, wie viel genau dieser Ort mit ihnen zu tun hat.
Für ein demokratisches Land sollte die Gedenkstätte äußerst interessiert sein, ist doch hier der Ort, an dem man spüren kann, wie fragwürdig Diktaturen sind. Leider: Die Finanzausstattung der Gedenkstätte lässt es nicht zu, feste Stellen für solche Führungen zu schaffen.
Es waren viele Informationen in einer wahrlich anstrengenden Thematik. Noch dazu an einem heißen Tag und die Schüler waren erschöpft. Dennoch folgte auf der Hiemfahrt eine heiße Diskussion um den Sinn oder Unsinn von Pazifismus gerade im Angesicht der aktuellen Krisen in der Ukraine, in Palästina, im Iran oder an anderen Brennpunkten der Weltpolitik. (Tina Prager, Klassenlehrerin)
